Die Töchter des
chinesischen Gärtners
(ofdb)
Originaltitel/Alternativ:
Les Filles du botaniste / The Chinese Botanist's
Daughters
Land/Jahr: Frankreich/Kanada, 2006
Regie: Dai Sijie
Darsteller: Mylène Jampanoï, Li Xiao Ran, Nhu Quynh
Nguyen, Chu Hung;
Altersfreigabe: -
Laufzeit (ca.): 94 Min.
Inhalt:
Die Waisendame Li erreicht das Anwesen eines
bekannten Botanikers. Sie wird auf dem Anwesen leben
und während eines Praktikums die Pflanzenkunst
studieren. Zunächst ist der Empfang nicht gerade
herzlich, da der Professor ist ein herrischer Mann
ist, dem man auch nichts recht machen kann.
Fortan verbringt Li allerdings viel Zeit mit seiner
hübschen, zierlichen Tochter. Aus der entstehenden
Frauenfreundschaft wachsen jedoch weitere Gefühle
und die Beiden verlieben sich ineinander.
Eines Tages taucht der Sohn des Botanikers auf. Er
findet gefallen an der hübschen Li und der Vater rät
zu einer Vermählung mit ihr. Die sich heimlich
liebenden Frauen sind verzweifelt, doch würden eine
Zwangsheirat in Kauf nehmen, damit sie sich auch
weiterhin sehen können...
Fazit:
An anderer Stelle wurde der Film schon als Pendant
zum gelungenen "Brokeback Mountain" betrachtet, was
dank der Thematik auch nicht wirklich abwegig
erscheint.
Zunächst möchte ich erläutern, warum ich einen
französischen Streifen unter Asien-Filme einordne.
Aufgrund der asiatischen Darsteller und dem
Schauplatz, betrachte ich dies Teil nicht wirklich
als europäisches Machwerk. Im Heimatland wäre die
Umsetzung wohl auch etwas komplizierter gewesen als
in Europa.
Der Film bedient sich einer dramatischen Geschichten
und wurde erstklassig durch die wunderschönen Bilder
umgesetzt. Die knisternde Atmosphäre scheint für den
Zuschauer absolut greifbar und fast schon zum
Versinken darin. Auf der einen Seite sind die Szenen
verträumt romantisch, doch auf der anderen Seite so
ergreifend tragisch und nur noch traurig. Allerdings
sind sie immer schön, egal welche Gefühlslage gerade
durchlebt wird.
An den beiden hübschen Hauptdarstellerinnen gibt es
nichts zu meckern. Sie spielen ihre verbotene,
heimliche Liebe zueinander stets realistisch und
mitfühlend.
Der Soundtrack greift den tollen Aufnahmen gezielt
unter die Arme und fällt nicht negativ ins Gewicht.
Unterm Strich ist "Die Töchter des chinesischen
Gärtners" ein dramatisch-schönes Ereignis mit tollen
Darstellrinnen gewesen. Die Bilder haben mich
gepackt und ließen mich für 1,5 Stunden in eine
andere Welt abtauchen. Die knisternde Stimmung kam
hervorragend herüber und hatte ihren Charme. Das
Finale (welches ich hier nicht verraten möchte) ist
prima gelungen und verpasst dem Ganzen noch mal
einen Gefühlsschub.
Ein tolles Erlebnis zum Abtauchen und zum kennen
lernen von homosexuellen Problemen in einer anderen
Kultur. Der Streifen wäre im eigentlichen
Ursprungsland wohl erheblicher Kritik unterworfen,
doch hier darf man einen solchen tollen Streifen
ruhig feiern. Sehr schön!
Wertung:
8,5/10
Testsprache: Chinesisch +
englische Fan-Untertitel
Bemerkungen:
-
Eingetragen von: Silverfox1982
Datum: 03.12.2006
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